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Geschrieben am 5 November 2009 - 1 Kommentar(e) [ Kommentar ] - 0 Trackback(s) [ Trackback ]
Category: politik

 

Doppelte Wahlschlappe für Obamas Demokraten

Washington (AP) Genau ein Jahr nach dem triumphalen Wahlsieg von Barack Obama hat die Partei des US-Präsidenten bei Gouverneurswahlen eine doppelte Niederlage einstecken müssen. Bei den Abstimmungen in Virginia und New Jersey siegten am Dienstag jeweils die Kandidaten der oppositionellen Republikaner. Beide Staaten konnte Obama bei der Präsidentschaftswahl vor einem Jahr noch auf seine Seite ziehen. Das Weiße Haus war am Mittwoch bemüht, die Schlappe der Demokraten herunterzuspielen. Diesen Artikel weiter lesen

Bei der Abstimmung hätten «sehr lokale Themen» eine Rolle gespielt, die nichts mit Obama zu tun hätten, erklärte Pressesprecher Robert Gibbs vor Journalisten in Washington. Keinesfalls seien diese Wahlen als Referendum über die Politik Obamas zu werten. Zweifellos sorgten sich die Menschen um die Wirtschaftslage. «Ich glaube nicht, dass der Präsident eine Wahl oder Wählernachfragen brauchte, um sich dessen bewusst zu sein», sagte Gibbs.

In Virginia schlug der Republikaner Bob McDonnell mit 59 Prozent der Stimmen den demokratischen Kandidaten R. Creigh Deeds. Damit bekommt dieser Staat erstmals seit acht Jahren wieder einen republikanischen Regierungschef. Im traditionell demokratisch wählenden New Jersey siegte der Republikaner Chris Christie über den demokratischen Amtsinhaber Jon Corzine mit 49 zu 45 Prozent. In beiden Staaten hatte sich Obama persönlich für die demokratischen Kandidaten eingesetzt.

«Enormer Schub für 2010»

Die Ergebnisse sind ein großer Rückschlag für Obama, der erhebliche Mühe hat, zentrale politische Projekte wie die Gesundheitsreform, den Klimaschutz und die Afghanistan-Strategie zu verwirklichen. Der Trend zugunsten der Republikaner könnte sich bis zu den Zwischenwahlen zum Kongress in einem Jahr weiter verstärken. Dann werden ein Drittel der Senatoren und das gesamte Repräsentantenhaus neu gewählt.

«Bob McDonnells Sieg gibt den Republikanern einen enormen Schub für 2010», sagte der Vorsitzende der Vereinigung republikanischer Gouverneure, Haley Barbour. Der Parteivorsitzende Michael Steele erklärte im Sender CBS, die Republikaner hätten nach der schweren Niederlage bei der Präsidentschafts- und Kongresswahl im November 2008 «ihre Stimme wiedergefunden».

Allerdings steht die Oppositionspartei zurzeit in einem bitteren Richtungsstreit, der sich am Dienstag bei einer Nachwahl zum Repräsentantenhaus zeigte. Mehrere führende Republikaner unterstützen in einem Bezirk des Staates New York nicht die eigene Kandidatin Dierdre Scozzafava, sondern den Bewerber der kleinen Konservativen Partei, Doug Hoffman. Auch die ehemalige Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin stellte sich gegen Scozzafava, die dem liberalen Flügel der Republikaner angehört. Daraufhin zog Scozzafava ihre Kandidatur am Samstag zurück. Wahlsieger wurde der Demokrat Bill Owens mit 49 Prozent, Hoffman erhielt 46 Prozent.

In mehreren Städten fanden am Dienstag auch Bürgermeisterwahlen statt. In New York konnte sich der republikanische Geschäftsmann Michael Bloomberg das Mandat für eine dritte Amtszeit sichern. Für Bloomberg stimmten 51 Prozent, für den demokratischen Herausforderer William Thompson 46 Prozent.

© 2009 The Associated Press. Alle Rechte Vorbehalten - All Rights Reserved

Geschrieben am 8 August 2009 - 1 Kommentar(e) [ Kommentar ] - 0 Trackback(s) [ Trackback ]

Kalifornien entlässt 40.000 Häftlinge

150.000 Insassen in 33 Gefängnissen: Die Haftanstalten in Kalifornien sind zum Bersten voll. Um "Tod und Unheil" zu verhindern, hat das Bundesgericht drastische Konsequenzen angekündigt.

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Insassen des San Quentin State Staatsgefängnisses während des Hofgangs.
(Foto: dpa)

Kalifornische Gefängnisse platzen aus den Nähten: Wegen totaler Überfüllung drängen sich oft hunderte Häftlinge in Großraum-Zellen mit Etagenbetten oder in provisorische Baracken mit Matratzenlagern. Die Zustände sind "häufig gefährlich und mitunter auch tödlich", befand ein Richtergremium des US-Westküstenstaates. Jetzt ordneten die Bundesrichter an, dass der Staat innerhalb von zwei Jahren über 40.000 Häftlinge entlassen muss. In den deutlich überbelegten Haftanstalten werden die Grundrechte der Gefangenen verletzt, begründeten sie ihre Entscheidung.

Zwei Häftlinge hatten Klage eingereicht. Sie prangerten unter anderem mangelnde Hygiene und eine schlechte Gesundheitsversorgung an. Diese Zustände führten zu mehr Gewalt und mehr Selbstmorden, befanden die Richter nach Angaben der "Los Angeles Times". Für die vielen Insassen gäbe es viel zu wenige Ärzte, Krankenschwestern und Therapeuten.

"Tod und Unheil verhindern"

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Das Gefängnis San Quentin zählt zu den berühmtesten Haftanstalten Kaliforniens.
(Foto: dpa)

Das Gericht gibt dem Staat eine Frist von 45 Tagen, um einen Plan vorzulegen, wie die Zahl von derzeit rund 150.000 Insassen in 33 Gefängnissen auf 110.000 Häftlinge reduziert werden kann. In den staatlichen Haftanstalten ist eigentlich nur Platz für 84.000 Menschen. Schon 2006 habe Gouverneur Arnold Schwarzenegger einen "Strafvollzug-Notstand" ausgerufen, erinnerten die Richter. "Sofortiges Handeln ist nötig, um Tod und Unheil zu verhindern", warnte Schwarzenegger damals. Doch dem Staat fehlt das Geld für den Bau neuer Gefängnisse, gegen die Entlassung von Häftlingen laufen vor allem konservative Gruppen Sturm.

Überall in Kalifornien würden "gefährliche Kriminelle" in die Gemeinden entlassen werden, attackierte der republikanische Senator George Runner die Anordnung der Richter. Das Gremium spricht in seiner 185 Seiten starken Begründung dagegen von einer Maßnahme, die keinen "nennenswerten Einfluss auf die öffentliche Sicherheit" haben werde. Ihre Vorschläge: Kleinkriminelle, die den größten Teil ihrer Strafe verbüßt haben, könnten früher auf Bewährung frei kommen. Andere könnten unter Hausarrest gestellt oder in Arbeits- und Rehabilitationsprogrammen außerhalb der Gefängnismauern untergebracht werden.

"Null-Toleranz"- Strategie

Schwarzenegger macht sich seit langem für die Abschiebung von rund 19.000 illegalen Einwanderern stark, die in kalifornischen Gefängnissen einsitzen. Sacramento hat in den letzen Jahren bereits 7900 Häftlinge in Nachbarstaaten verlegt, die noch Platz hinter Gittern haben.

"Wir verlegen unsere Arbeitsplätze ins Ausland, warum nicht auch unsere Häftlinge?", schlug ein Leser im "San Francisco Chronicle" vor. "Zu viele Leute sitzen wegen kleinen Drogenvergehen im Knast. Wir sollten Drogen legalisieren und sie laufen lassen", empfiehlt ein anderer.

Die Schattenseite des Sonnenstaates Kalifornien: In den letzten 20 Jahren ist die Zahl der Häftlinge von 90.000 auf über 150.000 angewachsen. Eine größere Rolle spielt dabei der verschärfte Kampf gegen die Drogenkriminalität und die harte Linie der "Null-Toleranz"- Strategie. Tausende verbüßen wegen der sogenannten "Three Strikes"-Rechtsprechung lange Haftstrafen. Die kalifornischen Wähler hatten sich 1994 für das Gesetz ausgesprochen, damit der Staat härter gegen Schwerverbrecher vorgehen kann. Nach einer dritten Straftat können Wiederholungstäter - auch bei geringfügigen Vergehen - zu lebenslanger Haft verurteilt werden. Seither sind aber auch viele Kleinkriminelle wegen Delikten wie Ladendiebstahl und unerlaubtem Drogenbesitz zu langen, der Einzeltat nicht angemessenen Haftstrafen verurteilt worden.

Geschrieben am 8 August 2009 - 1 Kommentar(e) [ Kommentar ] - 0 Trackback(s) [ Trackback ]

Mit dem Brautkleid im Dreck

Die etwas anderen Hochzeitsfotos

Kaputte Stühle, Backsteine, zersplitterte Glasfenster auf dem Betonboden und mittendrin ein Brautpaar. Sie trägt ein weißes Kleid mit Schärpe und cremefarbene Schuhe. Er hat einen schwarzen Anzug und eine gestreifte Krawatte an. Kathy und Michael Weber mühen sich in einer alten Fabrikhalle im Bergischen Land (Nordrhein-Westfalen). Vor wenigen Wochen standen die beiden noch in gleicher Montur vor dem Traualtar. Nun schleppt die Braut in Weiß zwischen Schutt und Asche Backsteine hin und her - freiwillig. Ab und zu erklingt ein Zwischenruf: "Das ist gut, wirf den Backstein ruhig. Michael, du kannst ihr helfen." Das Brautpaar macht ein "Trash the dress"-Shooting.

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... aber dann greift die Braut zum Backstein ...
(Foto: dpa)

Der aus den USA kommende Trend "Trash the dress" - übersetzt "Zerstör dein Kleid" - hat mit klassischer Hochzeitsfotografie wenig zu tun. Hochzeitsbilder im Park mit roten Rosen, weißer Kutsche oder Porträts vor romantischer Kulisse gibt es hier nicht - brennende, ölverschmierte oder bunt bepinselte Hochzeitskleider dagegen schon. Als Erfinder des Trends gilt der amerikanische Fotograf John Michael Cooper aus Las Vegas. Möglich ist dabei fast alles. Eine Idee für die Braut, die sich was traut. Ob auf dem Golfplatz, am Strand, im Meer, im Swimmingpool oder eben in einer alten Fabrikhalle - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Zurückhaltende Bräute beim "Trash the dress"

Die Nachfrage nach Foto-Shootings dieser Art nimmt mittlerweile auch in Deutschland zu. Einer der ersten deutschen Fotografen, der so etwas angeboten hat, ist der Hamburger Sascha Moll. Seit Anfang 2007 fotografiert er Bräute beim "Trash the dress". Die Fotoaufnahmen verlaufen jedes Mal ganz unterschiedlich: "Ich hatte schon Bräute, die wollten ihr Kleid nicht wieder mitnehmen", sagt Moll. Viele Damen seien aber noch etwas zurückhaltend beim Malträtieren ihres Festgewands.

"Die Leute wollen verrückte Fotos, aber die Kleidung soll oft nicht zerstört werden", bestätigt auch Fotografin Ulrike Buch, die von den Webers zum "Trash the dress"-Shooting engagiert wurde. Die 26-jährige Kathy Weber stimmt zu: "Kaputt gehen soll das Kleid nicht. Dafür war es dann doch etwas zu teuer. Aber dreckig werden kann es schon."

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... und es entstehen Hochzeitsfotos der ganz besonderen Art.
(Foto: dpa)

Das Fotografenpaar Angela Krebs und Ole Radach hat den Trend daher solchen Wünschen angepasst. Es bietet etwas harmlosere "After Wedding-Shootings" an, denn "Trash the dress" treffe in Deutschland nicht den Geschmack der Masse. "Uns geht es nicht um die Zerstörung, sondern um schöne Fotos. So haben die Bräute noch einmal die Gelegenheit, ihr Kleid anzuziehen", sagt Radach.

Klassisch ist langweilig

Das war auch für Kathy Weber ein Grund für die ungewöhnlichen Hochzeitsbilder: "Bei der Hochzeit war ich so aufgeregt. Jetzt bin ich entspannter. Ich genieße es, das Kleid wieder zu tragen." Die Fotos sollen Teil einer Galerie im neuen Heim des jungen Ehepaars werden. "Dafür wollten wir nicht die klassischen Hochzeitsfotos, das war uns zu langweilig", sagt der 30-jährige Michael Weber. Die frisch gebackene Ehefrau bringt ihr Kleid nach dem Shooting erst einmal in die Reinigung. Was danach mit dem Dress geschieht, ist noch nicht sicher: "Vielleicht gebe ich das Kleid innerhalb der Familie weiter. Vielleicht behalte ich es auch. Aber es ist ein gutes Gefühl, dass es nicht zerstört ist", meint sie.

Geschrieben am 30 Juli 2009 - 3 Kommentar(e) [ Kommentar ] - 0 Trackback(s) [ Trackback ]

Premiere für den neuen Ferrari 458 Italia

Der F430-Nachfolger kommt mit 570 PS und Doppelkupplungsgetriebe
 

Wenn Ferrari ein neues Modell auf den Markt bringt, gilt immer wieder "noch stärker, noch schneller".
Das ist auch beim 458 Italia nicht anders. Der Nachfolger des F430 feiert seine Weltpremiere auf der Frankfurter Automesse IAA (17. bis 27. September 2009).
Der neue Zweisitzer ist erneut ein typisch italienischer Supersportler. Seinem Heimatland zu Ehren trägt der 458 daher auch den Namenszusatz "Italia".

Der neueste Ferrari hört auf den Namen 458 Italia
Der neueste Ferrari hört auf den Namen 458 Italia

Auch Schumi entwickelte mit

Der Hersteller griff bei der Entstehung des Fahrzeugs auch auf Erfahrungen aus der Formel 1 zurück. So verfügt der 458 Italia über ein Innenraum-Konzept mit einem vom Motorsport abgeleiteten Lenkrad und einem neuen Armaturenbrett. Stolz weist Ferrari daraufhin, dass Formel-1-Rekordsieger Michael Schumacher in die Entwicklung des Wagens mit einbezogen war.

80 PS mehr als der Vorgänger

Der von Pininfarina entworfene 458 Italia ist in seinen Ausmaßen nur unwesentlich angewachsen. Die Front weist eine Öffnung für den Kühlergrill und seitliche Lufteinlässe auf. Zusätzlichen Abtrieb generieren auf der Front angebrachte kleine Flügel. Diese deformieren sich bei hohen Geschwindigkeiten, um den Luftwiderstand zu verringern. Das neue Triebwerk mit einem Hubraum von 4,5 Liter ist der erste V8 mit Direkteinspritzung aus Maranello. Das Aggregat erzeugt satte 570 PS bei 9.000 Umdrehungen, das maximale Drehmoment liegt bei 540 Newtonmeter und 6.000 Umdrehungen an. Zum Vergleich. Der Vorgänger F430 musste sich mit einem 4,3 Liter-V8, 490 PS und 465 Newtonmeter zufrieden geben.

Große fünfspeichige Aluräder dominieren die Seitenansicht
Große fünfspeichige Aluräder dominieren die Seitenansicht

Siebenstufiges Doppelkupplungsgetriebe

Kombiniert wird der Antrieb des 458 Italia mit einem siebenstufigen Doppelkupplungsgetriebe, das besonders sanfte Gangwechsel ermöglichen soll. Spezielle, besonders sportliche Übersetzungen sorgen dafür, dass auch bei niedrigen Umdrehungszahlen ein hohes Drehmoment zur Verfügung steht, so Ferrari. 13,7 Liter Benzin genehmigt sich der Wagen laut Hersteller auf 100 Kilometer und stößt dabei 320 Gramm CO2 je Kilometer aus. Das ist zwar nicht gerade wenig, doch der leistungsärmere Vorgänger brauchte immerhin eineinhalb Liter mehr.

In 3,4 Sekunden auf Tempo 100

Mit 1.380 Kilogramm erreicht der Sportler ein Gewicht-/Leistungs-Verhältnis von 2,42 Kilogramm pro PS, was beeindruckende Fahrwerte ermöglicht: In weniger als 3,4 Sekunden geht's auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit ist soll jenseits der 325 km/h liegen. Die Bremsanlage ist mit einer so genannten Prefill-Funktion ausgestattet. Nimmt der Fahrer den Fuß vom Gaspedal, bewegen sich die Bremsklötze automatisch zu den Scheiben hin, sodass die Verzögerung minimiert wird. Auch dank eines Hochleistungs-ABS soll der Bremsweg von 100 auf 0 km/h nur 32,5 Meter betragen.