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Geschrieben am 8 März 2010 - 0 Kommentar(e) [ Kommentar ] - 0 Trackback(s) [ Trackback ]

 

Bereits vier Konzerne hat der Brasilianer Eike Batista an die Börse gebracht - mit Erfolg. Das IPO des Ölplattformbauers OSX gilt als Test für den Markt: Gelingt die Emission, steigen die Chancen für die Börsengänge weiterer Unternehmen.

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Die Aktienkurse der Unternehmen, die der Brasilianer Eike Batista bisher an die Börse gebracht hat, sind stark gestiegen. Bild vergrößern Die Aktienkurse der Unternehmen, die der Brasilianer Eike Batista bisher an die Börse gebracht hat, sind stark gestiegen. Paulo Fridman

SÃO PAULO. Brasiliens Börse steht eine spannende Phase bevor: Wird es dem Milliardär Eike Batista trotz der Turbulenzen an den Märkten gelingen, am 19. März sein fünftes Unternehmen an die Börse zu bringen und dafür bis zu sechs Mrd. Dollar einzustreichen? Betrachtet man seine bisherige Bilanz, dann stehen die Chancen gut, dass auch die Emission des Ölplattformbauers OSX ein Erfolg wird. Dabei sammelt Batista erneut für ein Projekt Kapital ein, das sich noch in der Planungsphase befindet und über Jahre keine Gewinne einfahren wird. Doch genauso ist er bei den vier Unternehmen vorgegangen, deren Aktien in den vergangenen fünf Jahren emittiert wurden: Der Bergbaukonzern MMX, der Logistik- und Hafenbetreiber LLX, der Stromerzeuger MPX sowie der Ölkonzern OGX haben heute zusammen einen Börsenwert von rund 40 Mrd. Dollar. Batista gehören davon über seine kontrollierende Gesellschaft EBX Anteile im Wert von rund 25 Mrd. Dollar.

Für eine erneut erfolgreiche Kapitalaufnahme spricht, dass Batista seinen bisher größten Börsengang - den des Ölkonzerns OGX - noch im Juni 2008 durchführte, als weltweit die Börsenkurse in den Keller rauschten. Rund vier Mrd. Dollar sammelte der Öl- und Gaskonzern OGX damals ein, obwohl dieser noch keinen Tropfen Öl förderte und nicht einmal gesicherte Vorkommen besaß. Es war der bis dahin größte Börsengang Brasiliens. Die Investoren haben ihren Einsatz nicht bereut: Heute ist OGX an der Börse rund 30 Mrd. Dollar wert.

Die Entwicklung von OSX ist mit der des Ölkonzerns OGX eng verknüpft - auch wegen eines langfristiger Leasingvertrags. Die nächsten zehn Jahre soll OSX 48 Plattformen für den Ölkonzern bauen und leasen - in einem Gesamtwert von 30 Mrd. Dollar. OGX hat Explorationsgebiete vor der Küste Brasiliens und verzeichnet bei Testbohrungen zunehmend kommerziell verwertbare Funde, weshalb der Konzern bald Plattformen für die Förderung braucht. Insgesamt rechnet OSX in Brasilien mit einer Nachfrage an Plattformen im Wert von 140 Mrd. Dollar über die nächsten zehn Jahre, weil ja auch der staatliche Ölkonzern Petrobras bei seinen Offshore-Förderungen Gerät benötigen wird. Die Regierung hat festgelegt, dass bei Zulieferungen für die Ölindustrie 70 Prozent des Werts im eigenen Land geschaffen werden müssen. Die Technologie für OSX wird der koreanische Konzern Hyundai liefern, der sich im Gegenzug auch als Teilhaber am Geschäft beteiligen wird. Um zu verhindern, dass Batista die Margen zwischen dem Zulieferer und dem Ölkonzern nach Gutdünken zulasten des einen und zugunsten des anderen Konzerns verändern kann, hat OSX bestimmte Margen für Produktion, Leasing und Services festgelegt. Für die Investoren sind die Risiken der beiden Konzerne ähnlich hoch: Es sind letztlich Wetten auf Annahmen über den künftigen Ölpreis. Für OSX spricht, dass sich Batista nach Einschätzung von Marktbeobachtern bei seinen bisherigen Börsengängen an seine Investitionsfahrpläne und Vorhersagen gehalten hat.

Gelingt die Emission von OSX, dann steigen die Chancen für die Börsengänge weiterer fünf Unternehmen: des Immobilienmaklers BR Properties, des Windenergiekonzerns Renova, des Bauentwicklers Gafisa, des Straßenkonzessionärs Ecorodovias sowie des Konsumartikelproduzenten Hypermarcas. Das Emissionsvolumen dieser IPO könnte bei drei bis vier Mrd. Dollar liegen. Doch derzeit ist es schwer, den Erfolg von Kapitalaufnahmen einzuschätzen: Seit Jahresbeginn haben drei Unternehmen ihre Börsengänge an der Börse Bovespa gestoppt. Erfolgreich hingegen waren der Shopping-Center-Betreiber Aliansce sowie das ausgegliederte Flugmeilenmanagement der Fluggesellschaft TAM. Jedoch waren die Investoren nicht bereit, die geplanten Ausgabepreise zu zahlen. So wurden statt der ursprünglich erwarteten 3,6 Mrd. Dollar bei den zwei Börsengängen und weiteren Zweitemissionen nur rund zwei Mrd. Dollar Kapital aufgenommen.

Die Betreiber der Börse Bovespa hoffen darauf, dass ausländische Konzerne dem Beispiel der spanischen Großbank Santander folgen und ihre brasilianische Tochter an die Börse bringen. Der Börsengang der Brasilientochter von Banco Santander brachte rund acht Mrd. Dollar ein. Unternehmen mit Beteiligungen in Brasilien - wie der Rohstofftrader Louis Dreyfus Commodities, der Kosmetikkonzern Avon, die französische Supermarktkette Carrefour sowie Repsol - könnten dem Beispiel Santanders folgen. "Für ausländische Konzerne ist es interessant, einen Unternehmenswert vorzuzeigen, der sich bisher in der globalen Bilanz versteckt", sagt José Olympio Pereira von der Bank Credit Suisse

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